“Social Intranets sind die Trojanischen Pferde der Kulturveränderung im Unternehmen!”: Rückblick auf das CommunityCamp 2016

Unvergessliche Bonmots und spannende Begegnungen auf dem diesjährigen Community Barcamp das, vom Bundesverband Community Management BVCM und Sponsoren in den Räumen der cimdata Bildungsakademie ausgerichtet, dieser Tage bereits zum 9. Mal in Berlin stattfand.

Der erste Tag stand stark im Zeichen von externen sozialen Netzwerken und Tool-Knowhow, Tipps und Kniffe, die die soziale Kommunikation, Reputation oder auch Promotion unterstützen können. So stellte die Netzbewohnerin der ersten Stunde und Twitter Autorin Nicole Simon Möglichkeiten vor, mit Twitter noch wirkungsvoller zu kommunizieren: Unter dem Motto “Bloggst Du noch oder twitterst Du schon?” gab es Tipps, wie man mit relativ geringem Einsatz mit Twitter starke Reichweiten und entsprechende Aufmerksamkeit erzielen kann: “Wie das geht, habe ich schon als Kind gelernt: Da schickte mich meine Mutter mit 20 Mark zum Blumenladen und sagte, der Strauss soll aber wie 50 Mark aussehen!”
Soweit die Analogie aus dem richtigen Leben…
Beim Social Media Doktor Sebastian Riehle war später ebenfalls zu erfahren, wie der Social Medianer mit dem Facebook-Seitenmanager mit vergleichsweise wenig Aufwand viel Wind erzeugen kann.
Und wenn das noch nicht genug ist:

  • Regel 1: Die eigene Persönlichkeit gibt allein ist schon eine ganz wichtige Content Quelle.
  • Regel 2: Und wenn das noch nicht reicht: “Evergreen Content”. “Nach dem Motto – es ist zwar zu diesem Thema schon alles gesagt worden -nur nicht von mir!”

Weiter ging es dann auf meiner ganz persönlichen Barcamp Journey mit dem launigen Beitrag von Ibrahim Ghubbar, verantwortlich für Kommunikation in digitalen Netzwerken beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband: Hier ging es um die totale Gönnung der Sparkasse von Social Media.
Dabei lernten die Interessierten im überfüllten Saal beispielsweise die #popcornkatze als schönes Beispiel für gelungenes Community Management kennen. Aber auch Beispiele für weniger erfolgreiche Kampagnen wurden diskutiert: Schön die Printkampagne mit der Karriereleiter der Sparkasse, auf der ganz oben – na? zwei männliche Schlipsträger stehen – adrett und dekorativ umrundet von gut aussehendem weiblichen Bodenpersonal auf den unteren Stufen…
Für Heiterkeit sorgte die aktuelle Kampagne “Alter”, bei der es der Agentur Jung van Matt einmal mehr in ihrer unvergleichlichen Art gelungen ist, auf ganz überraschende Weise ein traditionelles Unternehmen aus seiner Staubecke zu holen – und dabei auch noch junge Menschen für ein mega-outes Thema, nämlich Altersversorgung zu interessieren…na ja, oder mindestens mit dem Begriff vertraut zu machen…Der zweite Tag stand für mich unter der Fragestellung, wie traditionelle Unternehmen mit interner sozialer Vernetzung mehr Mitarbeiterbeteiligung und Transparenz, aber auch mehr Effizienz durch Wissensaustausch erreichen können. Das interne soziale Netzwerk You and Me der Deutschen Telekom ist hierfür ein gutes Beispiel. Katharina Simon und Erik Frömder stellten ihre Lösungen für einen lebhaften internen Austausch vor. Und von Erik stammt auch der unvergessliche Claim in der Überschrift. Im unternehmensinternen Netzwerk können die Mitarbeiter neuerdings sogar an Vorstandssitzungen teilnehmen – und der Vorstand will selbstverständlich flächendeckend geduzt werden….apropos Vorstand…

Wie soll denn Führung heute aussehen, in Zeiten von VUCA, Digitalisierung und überhaupt? Dörte Wittenberg, Management Consultant und gleichzeitig ehemalige Konzernmitarbeiterin teilte dazu vor allen Dingen eine Beobachtung: Was wir derzeit von digitalen Leadern erwarten, ist völlig überfrachtet. Und – Evangelisten-Hunting ist nicht das Allheilmittel gegen dieses Problem. Es muss schon eine authentische Bereitschaft erkennbar sein, sich mit der verändernden Organisation zu verändern – beziehungsweise sogar als Vorbild voran zu gehen. Und – nicht alle Führungskräfte werden diesen Weg mitgehen können.
Auch wir, Working-out-Loud Mit- und Vordenkerin Barbara Schmidt und ich, haben uns in einer Session mit dem Brückenschlag zwischen traditionellen Unternehmenswerten und der neuen Arbeitswelt beschäftigt. Und mit Working-out-Loud eine Methode vorgestellt, mit der wir beide die persönliche Erfahrung gemacht haben, dass man seine persönliche Haltung zu vielen Themen des sozialen Netzwerkens tatsächlich selbstverantwortlich ändern kann. Und damit mehr Spass, mehr Zufriedenheit und mehr Kontrolle über das eigene Leben und Wirken in der Arbeitswelt erlangen kann.
Daraus entspann sich eine konstruktiv-kontroverse Diskussion um Unternehmenskultur, Werte und die Frage, wie wir die Generationen im Unternehmen auch auf diese Weise unter einen Hut bekommen. Als Fazit passend ist mit Sicherheit auch hier die in dieser Runde diskutierte Erkenntnis von Gabriele Maltini: „Digital is not the big breakthrough. It‘s the change in people‘s behaviour.“ Damit werden sich Unternehmen die nächsten Jahre beschäftigen müssen: Mit oder ohne Working out Loud, aber in jedem Fall im Sinne des eigenen Überlebens in der schönen Neuen Arbeitswelt.

So ging das 9. CommunityCamp zuende – mit vielfältigen Eindrücken, neuen Gesichtern und spannenden Einsichten und Erkenntnissen. Bin ich im nächsten Jahr wieder dabei? Ganz sicher! Den Puls unserer Zeit hautnah fühlen, zumindest für die Fragestellung sozialer Medien, die uns noch eine ganze Weile beschäftigen: Das gönn ich mir, schon vong dem ganzen Spass her!

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